Ratgeber · Daten: Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025

Quereinstieg in die Softwareentwicklung.

Ausbildung, Umschulung, Studium oder Weiterbildung: Es gibt mehrere Wege in die Softwareentwicklung. Die amtliche Statistik zeigt, was auf welchem Anforderungsniveau verdient wird, und dass ein Masterabschluss keine Voraussetzung für ein gutes Gehalt ist.

Von Christian Bollweg, Stellvertretender Standortleiter Hamburg · Stand: 22. Oktober 2026 · Lesezeit: 3 Minuten

01 · Wege

Vier Wege in den Beruf.

  • Ausbildung: Die duale Ausbildung zum Fachinformatiker oder zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung dauert laut Ausbildungsverordnung drei Jahre.
  • Umschulung: Erwachsene können den Abschluss in einer Umschulung erwerben, die meist kürzer ist als die Erstausbildung.
  • Studium: Informatik, Wirtschaftsinformatik oder ein verwandter Studiengang.
  • Weiterbildung: Kurse und Bootcamps vermitteln Grundlagen, führen aber zu keinem anerkannten Berufsabschluss. Die Agentur für Arbeit kann zugelassene Weiterbildungen mit einem Bildungsgutschein fördern.
02 · Gehalt

Was die Statistik zum Anforderungsniveau sagt.

Die Bundesagentur ordnet jede Stelle einem Anforderungsniveau zu. Es beschreibt, wie komplex die Tätigkeit ist, nicht welchen Abschluss die Person hat. In der Softwareentwicklung gibt es drei Niveaus:

Anforderungsniveau (KldB 2010)Medianunter 25 JahreTätigkeitBeschäftigte
Fachkraft (43412)55.000 €43.000 €fachlich ausgerichtete Tätigkeiten, in der Regel nach einer Berufsausbildung20.510
Spezialist (43413)81.000 €48.000 €komplexe Spezialistentätigkeiten, etwa nach Meister, Techniker oder Bachelor38.910
Experte (43414)76.000 €50.000 €hoch komplexe Tätigkeiten, in der Regel nach einem Hochschulstudium202.128

Median, brutto im Jahr; Monatsmedian mal zwölf, auf 1.000 € gerundet. Deutschland, alle Branchen. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2025, abgerufen am 22.10.2026.

Auffällig: Auf dem Spezialisten-Niveau liegt der Median mit 81.000 € über dem Experten-Niveau mit 76.000 €. Das höhere Gehalt hängt also an der Tätigkeit, nicht zwingend an einem Master- oder Diplomabschluss. Die Statistik nennt keine Gründe; das Experten-Niveau ist mit 202.128 Beschäftigten die mit Abstand größte Gruppe.

03 · Einstieg

Mit welchem Gehalt du rechnen kannst.

Auf dem Fachkraft-Niveau, also typischerweise nach Ausbildung oder Umschulung, liegt der Median unter 25 Jahren bei 43.000 €, zwischen 25 und 54 Jahren bei 57.000 €. Da viele Quereinsteiger älter als 25 sind, ist der zweite Wert für sie die bessere Orientierung, auch wenn er Beschäftigte mit langer Erfahrung einschließt.

Mit wachsender Verantwortung bewegst du dich in die Niveaus Spezialist und Experte. Die Werte für die einzelnen Rollen findest du auf den Rollenseiten, etwa beim Softwareentwickler.

04 · Für dich

Wie der Einstieg gelingt.

Aus unserer Vermittlungspraxis sehen wir, was Quereinsteigern den Weg erleichtert. Das ist eine Einordnung, keine Statistik:

  • Eigene Projekte zeigen. Ein Projekt, das läuft und das du erklären kannst, sagt mehr als eine Liste von Kursen.
  • Vorwissen nutzen. Wer aus Logistik, Verwaltung oder Technik kommt, kennt die Abläufe, für die Software gebaut wird. Arbeitgeber aus dieser Branche schätzen das.
  • Mit Betreuung starten. Eine erste Stelle in einem Team mit erfahrenen Entwicklern bringt dich schneller weiter als ein Einzelprojekt.
05 · Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Was verdient ein Quereinsteiger in der Softwareentwicklung?
Das hängt vom Anforderungsniveau der Stelle ab. Auf dem Fachkraft-Niveau liegt der Median bei 55.000 €, zwischen 25 und 54 Jahren bei 57.000 € (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2025).
Brauche ich ein Masterstudium, um gut zu verdienen?
Nicht zwingend. In der Softwareentwicklung liegt der Median auf dem Spezialisten-Niveau mit 81.000 € über dem Experten-Niveau mit 76.000 €. Das Niveau beschreibt die Tätigkeit, nicht den Abschluss; Spezialistentätigkeiten üben oft Menschen mit Meister, Techniker oder Bachelor aus.
Wird eine Umschulung gefördert?
Die Agentur für Arbeit kann zugelassene Weiterbildungen und Umschulungen mit einem Bildungsgutschein fördern. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, klärt die Beratung der Agentur für Arbeit.
06 · Quellen

Woher die Zahlen stammen.

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